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Thomas committed 2025-08-24 17:14:39 +00:00
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# 🛠️ Kapitel 13 – Clipper (Tutorial)
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## Einleitung
Clips sind der beste Weg, lange Streams in kurze, teilbare Highlights zu verwandeln.
Das Ziel dieses Kapitels: Wir bauen ein System, das neue Videos automatisch erkennt, sinnvolle Stellen analysiert, passende Highlights schneidet und die Ergebnisse in Nextcloud ablegt – komplett mit Titeln und Hashtags für jede Plattform.
Der Clipper selbst übernimmt dabei nur die technische Verarbeitung. Alles rund um Steuerung, Analyse und Benachrichtigungen läuft über **n8n** – so bleibt das System flexibel, ressourcenschonend und jederzeit erweiterbar.
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## Voraussetzungen
- **Proxmox LXC** mit Debian 12 (Bookworm)
- **Nextcloud** (Pflicht, Zielort für Clips & Metadaten)
- **n8n-Instanz** (Automatisierung, Steuerung Clipper, Analyse, Metadaten-Erzeugung)
- **Twitch-Entwickler-Account** inkl. API-Key (für VOD- und Clip-Zugriff)
- **Optional**: RTMP-Server, falls VODs lokal aufgezeichnet werden
- **Ressourcen für den LXC**: 1 vCPU, 512 MB RAM, 10 GB Speicher reichen aus
- **Grundwissen**: SSH-Verbindung, Nano-Editor, Basiskenntnisse in n8n
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## Vorbereitung
Bevor wir Clipper installieren, richten wir den Container sauber ein:
1. **LXC erstellen**
- Debian 12, Name `clipper`
- Ressourcen wie oben (1 vCPU, 512 MB RAM, 10 GB Speicher)
2. **System aktualisieren und Basis-Tools installieren**
```bash
apt update && apt upgrade -y
apt install -y curl nano unzip ffmpeg inotify-tools
```
3. **Zeitsynchronisation prüfen**
```bash
timedatectl status
```
Eine saubere Zeitbasis ist entscheidend, da Clips später anhand exakter Sekundenmarken geschnitten werden.
Wenn der Container standardmäßig auf UTC läuft, kann man die Zeitzone so ändern:
```bash
timedatectl list-timezones | grep Europe
timedatectl set-timezone Europe/Berlin
timedatectl status
```
Damit springt die Systemzeit sofort auf Europe/Berlin, und alle Logs sowie Schnittzeiten passen zur lokalen Zeit.
4. **Ordnerstruktur vorbereiten**
```bash
mkdir -p /srv/clipper/{watch,out,temp,logs}
```
- `watch` → Eingangsordner für neue Videos (über Nextcloud oder Twitch-Import)
- `out` → fertige Clips + Metadaten
- `temp` → Zwischenablagen für Analyse
- `logs` → Protokolle aller Abläufe
Damit ist das Fundament gelegt: Der LXC ist vorbereitet, das System auf Stand, und die Ordnerstruktur für Clipper ist vorhanden.
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## Abschnitt 2 – Clipper-LXC einrichten (Basisdienste & Service-Skelett)
In diesem Abschnitt bereiten wir den Container so vor, dass der Benutzer **clipper** alle Arbeiten übernimmt. Root wird nur für die Installation und Systemaufgaben genutzt. Danach wechseln wir bewusst in die Session von **clipper** und arbeiten dort weiter. So bleibt das System sauber getrennt und sicher.
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### Schritt 1: Benutzer und Verzeichnisse anlegen
Zuerst legen wir den Benutzer `clipper` an und bereiten die Arbeitsverzeichnisse vor.
```bash
adduser clipper
# Passwort vergeben und die Standardfragen beantworten
mkdir -p /srv/clipper/{watch,out,temp,logs,bin}
chown -R clipper:clipper /srv/clipper
chmod 750 /srv/clipper
```
Damit ist der Benutzer angelegt und besitzt alle notwendigen Verzeichnisse.
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### Schritt 2: Notwendige Pakete installieren
Als root installieren wir die benötigten Pakete.
```bash
apt update && apt install -y ffmpeg jq python3 python3-venv curl unzip inotify-tools sudo
```
- **ffmpeg**: Kernwerkzeug für Analyse und Schnitt
- **jq**: JSON-Handling
- **python3/venv**: Virtuelle Umgebung für spätere Analyse-Tools
- **inotify-tools**: optional für lokale Hooks
- **sudo**: erlaubt clipper bei Bedarf Systembefehle auszuführen
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### Schritt 3: Benutzer clipper für sudo freischalten
Damit `clipper` bei Bedarf Befehle mit Administratorrechten ausführen kann, geben wir ihm Zugang zur Gruppe **sudo**.
```bash
usermod -aG sudo clipper
```
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### Schritt 4: In die Session des Benutzers clipper wechseln
Ab hier arbeiten wir direkt als Benutzer `clipper`.
```bash
su - clipper
```
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### Schritt 5: Konfigurationsdatei anlegen
Wir erstellen die Umgebungsvariablen-Datei, die später von allen Skripten genutzt wird.
```bash
nano /srv/clipper/clipper.env
```
Inhalt:
```
CLIPPER_IN=/srv/clipper/watch
CLIPPER_OUT=/srv/clipper/out
CLIPPER_TMP=/srv/clipper/temp
CLIPPER_LOG=/srv/clipper/logs/clipper.log
EXPORT_VARIANTS="16x9,9x16"
```
Speichern mit **Strg+O**, bestätigen mit **Enter**, beenden mit **Strg+X**.
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### Schritt 6: Virtuelle Python-Umgebung vorbereiten
Noch immer als Benutzer `clipper` legen wir die virtuelle Umgebung an und installieren die ersten Pakete.
```bash
python3 -m venv /srv/clipper/.venv
source /srv/clipper/.venv/bin/activate
pip install --upgrade pip
pip install numpy opencv-python-headless
```
Damit ist die Grundlage für spätere Analysen geschaffen. KI und STT binden wir später in Abschnitt 4 ein.
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### Schritt 7: Einstiegsskripte erstellen
Jetzt erstellen wir die beiden Einstiegspunkte `clipper-analyze` und `clipper-cut`. Sie liegen im Verzeichnis `/srv/clipper/bin/` und dienen n8n als Schnittstelle.
**Analyse-Skript**
```bash
nano /srv/clipper/bin/clipper-analyze
```
Inhalt:
```bash
#!/usr/bin/env bash
set -euo pipefail
ENV_FILE="/srv/clipper/clipper.env"; [ -r "$ENV_FILE" ] || { echo "ENV nicht lesbar: $ENV_FILE" >&2; exit 1; }; source "$ENV_FILE"
IN="$1"
JOBID="${2:-manual}"
mkdir -p "$CLIPPER_TMP/$JOBID"
echo "$(date '+%F %T') [ANALYZE] job=$JOBID file=$IN" | tee -a "$CLIPPER_LOG"
OUT_JSON="$CLIPPER_TMP/$JOBID/candidates.json"
echo '[]' > "$OUT_JSON"
echo "$OUT_JSON"
```
**Schnitt-Skript**
```bash
nano /srv/clipper/bin/clipper-cut
```
Inhalt:
```bash
#!/usr/bin/env bash
set -euo pipefail
ENV_FILE="/srv/clipper/clipper.env"; [ -r "$ENV_FILE" ] || { echo "ENV nicht lesbar: $ENV_FILE" >&2; exit 1; }; source "$ENV_FILE"
IN="$1"
RANGES_JSON="$2"
JOBID="${3:-manual}"
mkdir -p "$CLIPPER_OUT/$JOBID"
echo "$(date '+%F %T') [CUT] job=$JOBID file=$IN ranges=$RANGES_JSON" | tee -a "$CLIPPER_LOG"
exit 0
```
Speichern beide Male mit **Strg+O**, bestätigen mit **Enter**, beenden mit **Strg+X**.
Rechte setzen:
```bash
chmod +x /srv/clipper/bin/clipper-*
```
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### Schritt 8: Skripte testen
Wir testen die beiden Einstiegspunkte.
**Analyse-Test:**
```bash
/srv/clipper/bin/clipper-analyze /srv/clipper/watch/demo.mp4 job-001
```
**Schnitt-Test:**
```bash
/srv/clipper/bin/clipper-cut /srv/clipper/watch/demo.mp4 /srv/clipper/temp/job-001/ranges.json job-001
```
Logs prüfen:
```bash
tail -n 50 /srv/clipper/logs/clipper.log
```
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### Schritt 9: Logrotation einrichten
Zum Abschluss richten wir die automatische Log-Rotation ein. Dafür wechseln wir kurz zurück zu root.
```bash
exit # zurück zu root
nano /etc/logrotate.d/clipper
```
Inhalt:
```
/srv/clipper/logs/*.log {
rotate 14
daily
missingok
notifempty
compress
delaycompress
copytruncate
}
```
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**Ergebnis Abschnitt 2:**
- Benutzer **clipper** ist vollständig eingerichtet und übernimmt die Arbeit.
- Skripte `clipper-analyze` und `clipper-cut` laufen fehlerfrei in seiner Session.
- n8n kann später direkt als Benutzer `clipper` per SSH einsteigen und die Skripte aufrufen.